Bis Ende 2026 wollen die Kreistage der Landkreise Würzburg und Kitzingen wichtige Weichen für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn stellen. Im Mittelpunkt einer gemeinsamen Sitzung im Herbst stehen weitere Grundsatzentscheidungen: Wie soll es mit der Mainschleifenbahn weitergehen? Welche finanziellen Mittel sind die beiden Landkreise bereit zu investieren? Und mit welcher Struktur soll das Projekt gestemmt werden?
Ende 2024 hatten die Kreistage von Kitzingen und Würzburg gemeinsam beschlossen, die seit 1990 stillgelegte Bahnstrecke für den Personennahverkehr zu reaktivieren. Seitdem hat das Projekt wichtige Fortschritte gemacht: Der Bund übernimmt die Kosten für den Umbau der Weichenverbindung am Bahnhof Seligenstadt. 2025 bestätigte die DB InfraGO den Planungsstart. Parallel dazu arbeitet die Mainschleifenbahn-Infrastruktur-GmbH (MIG) an 35 Einzelprojekten zur Ertüchtigung der rund zehn Kilometer langen Strecke zwischen Seligenstadt und Volkach, wie MIG-Geschäftsführer Thomas Götz in der jüngsten Sitzung des Würzburger Kreisausschusses berichtete.
Offene Fragen bei Bau und Anschlussfinanzierung
Ursprünglich wollten die beteiligten Kommunen den Ausbau der Strecke möglichst früh an einen professionellen Bahnbetreiber übertragen. Ziel war es, den finanziellen und personellen Aufwand zu begrenzen. Nun sieht das weitere Vorgehen jedoch vor, dass die MIG unter dem Vorsitz des Landkreises Kitzingen und des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg die Strecke ausbaut und anschließend an ein Unternehmen verpachtet, das den Betrieb übernimmt. Die positive Nachricht: Ein möglicher Partner begleite den Prozess bereits intensiv, so Thomas Götz. Trotz einer Förderung durch den Bund von 90 Prozent der Baukosten erfordere dieses Modell jedoch „enormes Know-how und personelle Ressourcen“ auch seitens der Verwaltung.
Zunächst müssen die Kreisrätinnen und Kreisräte aus Kitzingen und Würzburg also über die Anschlussfinanzierung der MIG beraten und die nächste Planungsphase zur konkreten baulichen Umsetzung beschließen. Bis Ende des Jahres soll außerdem eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Grundlage der aktuellen Kosten vorliegen. „Die Planung der Strecke ist wesentlich komplexer als der Umbau der Strecke selbst“, betonte Landrat Thomas Eberth. „Wir stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt. Mit den Beschlüssen der beiden Kreistage legen wir fest, ob wir den entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Reaktivierung der Mainschleifenbahn gehen. Wenn wir jetzt Ja sagen, starten wir die konkrete Umsetzung.“