Wie lang dauert es, bis ein Bauantrag genehmigt wird? Unter welchen Umständen kann ein Führerschein entzogen werden? Und wer hilft Vereinen im Landkreis, wenn es um Förderung oder Organisation geht? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt beim diesjährigen Boys’ Day am Landratsamt Würzburg. Sie lieferten den perfekten Einstieg in einen Tag, der zeigte, wie vielfältig und praxisnah die Arbeit in einer modernen Behörde ist.
Der bundesweite Boys’ Day verfolgt wie der Girls’ Day das Ziel, jungen Menschen Berufe jenseits klassischer Rollenbilder näherzubringen und frühzeitig Orientierung für den eigenen Berufsweg zu bieten. Zuletzt beteiligten sich jährlich mehr als 8000 Unternehmen und Institutionen am Aktionstag und stellten mehr als 40.000 Plätze für das eintägige Schnupperpraktikum zur Verfügung. Eine Gruppe Jugendlicher nutzte die Gelegenheit, am Landratsamt Würzburg hinter die Kulissen zu blicken und die Behörde nicht nur als Verwaltungsstelle, sondern als spannenden Arbeitsplatz kennenzulernen.
Nach der Begrüßung durch Landrat Thomas Eberth und Ausbildungsleiterin Anna-Lena Rushiti startete das Programm mit einem Rundgang durch das Amtsgebäude in der Würzburger Zeppelinstraße. Dabei wurde schnell deutlich: Hinter den Bürotüren verbergen sich ganz unterschiedliche Aufgaben. „Der Aktionstag ist eine wichtige Chance, junge Menschen einmal über den Tellerrand schauen zu lassen. Gleichzeitig wollen wir frühzeitig für die Aufgaben und Perspektiven im öffentlichen Dienst begeistern“, betonte Landrat Eberth.
Jugendliche hospitieren in verschiedenen Fachbereichen
Besonders anschaulich wurde es bei den anschließenden Hospitationen: Im Bauamt erfuhren die Jugendlichen, welche Schritte notwendig sind, bis ein Bauprojekt grünes Licht erhält. In der Fahrerlaubnisbehörde und der Kfz-Zulassungsstelle ging es um Verantwortung im Straßenverkehr – und darum, wann diese auch Konsequenzen haben kann. Und im Fachbereich Bildung, Sport, Kultur und Ehrenamt wurde deutlich, wie das Landratsamt Vereine konkret unterstützt, etwa bei Förderfragen oder organisatorischen Anliegen.
Der direkte Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machte den Tag greifbar: Statt trockener Theorie erlebten die Jugendlichen den Arbeitsalltag hautnah mit echten Fällen, verständlichen Erklärungen und vielen Möglichkeiten, Fragen zu stellen.